In unseren Forschungsprojekten knüpfen wir an aktuelle biologiedidaktische und lerntheoretische Diskurse an. Mithilfe qualitativer und quantitativer Methoden führen wir empirische Untersuchungen durch, mit denen wir vielfältige Aspekte biologischer Lehr- und Lernprozesse auf allen Bildungsebenen – von Schülerinnen und Schülern über Studierende bis hin zu Referendarinnen und Referendaren sowie ausgebildeten Lehrerkräften – beleuchten. Unsere Befunde sollen dazu beitragen, gute Biologielehrkräfte auszubilden, damit diese wirksamen, evidenzbasierten Biologieunterricht an Schulen gestalten können.
Zu diesem Zwecke arbeiten wir derzeit an folgenden Projekten:
Obwohl die Unterrichtsplanung zu den Kernaufgaben von Lehrkräften zählt und als Prädiktor für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern gilt, sind grundlegende Fragen der Modellierung und Operationalisierung von Unterrichtsplanungskompetenz noch ungeklärt. So ist insbesondere offen, wie genau (angehende) Lehrkräfte ihre Planungsprozesse gestalten, welchen Herausforderungen sie dabei begegnen und mit welchen Strategien sie diese bewältigen – gerade auch im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Da die Unterrichtsplanungsforschung bislang vor allem generisch ausgerichtet war, sind insbesondere biologiespezifische Aspekte von Unterrichtsplanung noch weitgehend unerforscht. Wir untersuchen daher zurzeit unter anderem, wie Biologielehrkräfte Unterricht zum Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung planen und welches fachdidaktische Wissen sie nutzen, um Lebewesen als Spezifikum des Biologieunterrichts in Lehr-Lern-Prozessen im Unterricht einzusetzen. Langfristig streben wir an, ein empirisch fundiertes und validiertes Unterrrichtsplanungskompetenzstrukturmodell zu entwickeln, das Dozierenden und Seminarleitungen dabei helfen soll, die Unterrichtsplanungskompetenz angehender Biologielehrkräfte im Studium und Referendariat evidenzbasiert zu fördern.
Ausgewählte Publikationen:
Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Leroy Großmann
Kreativität gilt als eine der Schlüsselkompetenzen im 21. Jahrhundert und wird seit kurzem auch in den PISA-Studien miterfasst. Damit zukünftige Generationen ganz gleich ob in der Wissenschaft oder in anderen Gebieten innovative Lösungen für globale oder lokale Probleme entwickeln können, brauchen sie Kreativität. Sie ist ein zentraler, zugleich oft unterschätzter Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens – auch in der Biologie. Aktuelle Bildungsstandards fordern neben Fachwissen explizit Kompetenzen der Erkenntnisgewinnung (z. B. Experimente planen, Modelle testen). Dennoch fehlen praxistaugliche, fachbezogene Konzepte und Instrumente, mit denen naturwissenschaftliche Kreativität (scientific creativity) systematisch in der Biologielehrkräftebildung und im Unterricht verankert und erfassbar wird. Kreativität in der Schule lässt sich auf drei Ebenen betrachten:
Derzeit fassen wir den aktuellen Forschungsstand zu Kreativität in den Naturwissenschaftsdidaktiken in einem Scoping Review systematisch zusammen. Wir entwickeln Methoden, mit denen man die naturwissenschaftliche Kreativität von Schülerinnen und Schülern als Teil des Kompetenzbereichs Erkenntnisgewinnung valide erfassen und fördern kann, und untersuchen, welches fachdidaktische Wissen (pedagogical content knowledge, PCK) Biologielehrkräfte benötigen, um naturwissenschaftliche Kreativität zu fördern.
Ausgewählte Publikationen:
Kontakt: Jun.-Prof. Dr. Leroy Großmann
under construction

Modellbildung gehört zu den zentralen Fähigkeiten angehender Biologielehrkräfte: Sie sollen fachliche Probleme mithilfe wissenschaftlicher Modelle analysieren, darstellen und lösen können. Zwar ist bekannt, dass die Leistung beim Modellieren stark von der jeweiligen Aufgabe abhängt, doch bisherige Studien waren überwiegend beschreibend angelegt. Die Mechanismen, die hinter dieser Kontextabhängigkeit stehen, sind bislang kaum systematisch untersucht.
Das Projekt setzt hier an und untersucht, wie unterschiedliche Aufgabenmerkmale Modellierprozesse von Biologie-Lehramtsstudierenden beeinflussen. Im Fokus stehen zwei Merkmale: das erkenntnistheoretische Ziel der Modellierung sowie die Transparenz der fachlichen Tiefenstrukturen.
Die Studie folgt einem experimentellen Design, in dem Studierende zwei digitale Modellierungsaufgaben bearbeiten. Ihre Modelle werden mithilfe des Tools SageModeler entwickelt und anschließend systematisch analysiert. Ziel ist es, zu verstehen, welche Aufgabenmerkmale kognitive Anforderungen erhöhen oder erleichtern — und wie sich dies auf die Qualität der Modellierprozesse auswirkt.
Das Projekt ist Teil eines DFG-geförderten Verbundvorhabens zwischen dem IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel (Projektleitung), der Ruhr-Universität Bochum und der Universität zu Köln. Es leistet einen Beitrag dazu, Lehr-Lern-Settings im Biologiestudium gezielt so zu gestalten, dass zukünftige Lehrkräfte wissenschaftliche Modellierung erlernen und später im Unterricht fördern können.
Projektbeteiligte:
Dr. Nina Minkley (Ruhr-Universität Bochum)
Prof. Dr. Moritz Krell (IPN Kiel)
Prof. Dr. Jörg Großschedl (Universität zu Köln)
Felicitas Haupts (IPN Kiel)
Weitere Informationen unter https://www.leibniz-ipn.de/de/forschen/projekte/mokoko und https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/541190827